Systematisierung von Communities – Ein Versuch

März 27, 2008

 Communities treten in den verschiedensten Formen, Ausprägungen und Zielrichtungen auf, von denen wir die wichtigsten im Folgenden kurz nennen wollen. Die Einordnung einer Community ist dabei nicht immer trennscharf möglich oder nötig, da zumeist mehrere Motive der Mitglieder berücksichtigt werden. So kann eine Flirt-Community durchaus nur regional aktiv sein, so dass sie sowohl unter das Kriterium „geografisch“ als auch das Kriterium „Beziehung“ gefasst werden kann. Dieser Beitrag dient also dazu, einen Überblick und ein Gefühl über die unzähligen Anwendungsmöglichkeiten von Communities zu vermitteln.

Systematisierung von Communities nach Mühlenbeck / Skibicki

Abbildung: Eigene Darstellung, abgedruckt in „Community Marketing Management“-Buch von Mühlenbeck / Skibicki

Geografische Communities

Geografische Communities definieren ihren Inhalt über die geografische Zugehörigkeit ihrer Mitglieder. Inzwischen gehen immer mehr Städte dazu über, Online-Communities aufzubauen, um die Bindung der Bürger an ihre Stadt zu fördern. Beispiele sind Frankfurt mit der Community http://www.frankfurt-online.de und Berlin mit www.berlincommunity.de. Das Thema hat auch die übergreifende Community www.lokalisten.de aufgenommen, um lokale Bekanntschaften im Netz fortzusetzen. Demografische CommunitiesDemografische Communities sprechen spezielle Gruppen in der Gesellschaft an. Hierzu zählt die Frauen-Community iVillage.com (siehe Abbildung) und die Schüler-Community schuelervz.de. Auch für Senioren existieren inzwischen zahlreiche Communities, eine bekannte deutsche Community trägt den Namen Feierabend.de und hat bereits über 90.000 Mitglieder. Für Geschäftsleute bietet XING eine Plattform, um andere Geschäftsleute zu kontaktieren und sich in Foren auszutauschen.  

 Thematische Communities

Solche Communities widmen sich einem speziellen Thema und führen Menschen, die sich für dieses Thema interessieren, zusammen. Buchliebhaber finden auf der Community http://www.booksmilers.com lesebegeisterte Menschen, verwandt.de bietet Mitgliedern den Aufbau von Familienstammbäumen. Auch markenbezogene Communities werden zunehmend als Kundenbindungsinstrument eingesetzt (z. B. fressnapf.de). Party-Communities wie virtualnights.com versammeln rund um das Thema Party oder bestimmte Musikstile Interessierte, die sehr starken Wert auf Fotos und inzwischen auch Videos legen. 

Beziehungs-Communities 

Kein anderes Thema involviert Menschen so stark wie das emotionalste Thema überhaupt – Liebe und Flirt. Deswegen ist es auch nicht verwunderlich, dass es gerade die Beziehungs-Communities sind, die in den letzten Jahren ein sehr starkes Wachstum verzeichnen. Hierzu zählen Flirt-Communities wie neu.de, ilove.de und friendscout24.de. Neu.de wirbt damit, 5 Millionen Mitglieder allein im deutschsprachigen Raum zu haben. Diese Thematik gehört auch zu den wenigen, die sehr schnell Einnahmen über Teilnahmegebühren der Mitglieder generieren konnten – offensichtlich scheint hier ein großes Bedürfnis vorzuliegen, das mit Hilfe von Communities befriedigt werden kann. 

Communities zur Förderung gemeinsamer Online-Aktivitäten

Die wichtigste Ausprägungsform dieser Kategorie von Communities bringt Mitglieder in Form von Spiele-Communities zusammen, um gemeinsam über eine Plattform mit- oder gegeneinander zu spielen. Das 3D Shooter Spiel „Counterstrike“ und das Rollenspiel „Ultima-Online“ bieten Seiten, auf denen Spieler sowohl Spielpartner finden als auch ein Austausch von Informationen zu den einzelnen Spielen stattfindet. Ein weiteres Beispiel für gemeinsame Online-Aktivitäten sind Einkaufs-Communities wie buyvip.de. Hier ist jedoch ein eher loses – weil überwiegend kommerzielles, wenig emotional involvierendes – Verhältnis zwischen den Community-Mitgliedern anzunehmen.  

Community-Formen auf Basis der Kommunikationsfrequenz

Eine Unterscheidung von Communities erfolgt bei diesem Merkmal anhand der Kommunikationsfrequenz. So kann die Kommunikation zeitversetzt oder auch zeitgleich erfolgen. Bei zeitversetzter Kommunikation werden Werkzeuge wie E-Mail oder Diskussionsforen eingesetzt. Zeitgleiche Kommunikation benötigt den Einsatz von Chat- und Instant-Messaging Funktionen. Insbesondere bei Beziehungs-Communities ist der direkte Kontakt über die Website ein wesentliches Merkmal für den Erfolg solcher Communities. Jedoch bedarf es einer kritischen Masse, so dass sich zeitgleich genug Mitglieder auf der Website befinden, damit ein solches Instrument sinnvoll genutzt werden kann.  

Community-Formen nach der Einsatzform innerhalb eines Website-Konzepts

Ist die Community der zentrale Bestandteil einer Website oder stellt sie nur einen Teilaspekt einer Website dar? Die Flirt-Community neu.de definiert die Community als das eigentliche Produkt, während kicker.de eine Community anbietet, die darüber hinaus weitere Informationen über Produkte darstellt.  

 Community-Formen nach der emotionalen Bindung der Mitglieder

Communities wie buyvip.de haben einen eher losen Kopplungsgrad der Mitglieder, da eine Identifikation mit der Community kaum angestrebt wird und die Beziehungen zu anderen Mitgliedern nicht gefördert werden. Starke Communities wie Fan-Communities von Fußballvereinen (www.fcbayern.de) haben eine starke emotionale Bindung. Hierbei spielt auch die reale Präsenz der Community eine große Rolle, die im nächsten Punkt angesprochen wird. 

Community-Formen nach der realen Präsenz

„In terms of their social dynamics, physical and virtual communities are much the same. Both involve developing a web of relationships among people who have something meaningful in common…” (vgl. Kim, A.J.: Community building on the Web. Berkeley, Calif., Peachpit Press (2000)) 

Soweit die Community auch offline, d.h. in der realen Welt existiert, fördert das die Bindung der Mitglieder an die Community. Man unterscheidet weiter, ob die Community zuerst online oder zuerst offline existiert hat und anschließend entsprechend erweitert wurde. Wenn die Community zu Beginn im realen Leben existierte und in einem zweiten Schritt eine Online-Community aufgebaut wurde, ist die Bindung unter den Mitgliedern wesentlich einfacher zu fördern als im umgekehrten Fall. Die im realen Leben persönlich entstandenden Beziehungen werden lediglich über das praktische und kostengünstige Kommunikationsmedium Community fortgesetzt. Bei dem Aufbau einer Kunden-Community für einen Urlaubs-Club stellten wir fest, dass der Zusammenhalt der Mitglieder sehr intensiv war und sowohl offline als auch online regelmäßige Treffen organisiert werden. In einer empirischen Untersuchung fand man heraus, dass hinter  55% der befragten virtuellen Communities (214 Stk) reale Gemeinschaften standen. (siehe Engelken, J./ Müller, M./ Spiller, A./ Schneidewind, U. (2003): Betreiberbefragung virtueller Communities – eine empirische Untersuchung, S. 48) 

Community-Formen nach der Authentizität der Mitglieder

Viele Mitglieder von Communities besitzen innerhalb einer Community mehrere Profile. So genannte „Fake-Profile“ sind nicht real existierende Profile, die den Zweck haben, falsche Tatsachen innerhalb einer Community vorzugaukeln. Aus diesem Grund gehen immer mehr Communities dazu über, ihre Mitglieder über verschiedene Techniken zu authentifizieren. Insbesondere seriöse Flirt-Communities lassen sich über Personalausweise nachweisen, dass neue Mitglieder tatsächlich existieren.  

Community-Formen nach der Höhe der Zugangsbarriere

Eine klare Zugangsbarriere findet sich in der Preisstrategie einer Community. Daraus folgt eine Unterscheidung zwischen kostenfreien und kostenpflichtigen Communities. Viele Communities sind insbesondere in der Aufbauphase kostenlos (Preisstrategie in den verschiedenen Phasen einer Community wird in einem späteren Kapitel im Detail besprochen). Die Flirt-Community Neu.de bietet bestimmte Leistungen kostenlos an, erhebt aber für Premiummitgliedschaften eine monatliche Mitgliedsgebühr. Die Zugangsbarriere kann auch bei der Registrierung unterschieden werden. So existieren offene und geschlossene bzw. exklusive Communities. Die Business-Community ASmallworld.net bietet den Zugang nur über die Einladung eines bereits existierenden Mitglieds, eine normale Registrierung über die Website ist nicht möglich. Hintergrund ist die Idee, ein elitäres Netzwerk aufzubauen. Offene Communities dagegen bieten jedem die Möglichkeit, in die Community einzutreten. Stolpmann schreibt in seinem Buch „Kundenbindung im E-Business“, dass sich geschlossene Communities durchgesetzt haben, da hier die Anzahl der Nutzer überschaubarer ist. Man sollte immer das Ziel der Community hinterfragen und dann entscheiden, welche Form der Community eingesetzt werden sollte. Exklusivität ist nur so lange exklusiv, wie noch nicht jedes Mitglied in der Community ist. Ist das der Fall, hat sie ihren eigentlichen Sinn – Exklusivität – verloren. Bei der Registrierung unterscheidet man weiter nach der Informationsdichte. Je mehr Informationen ein potentielles Neumitglied preisgeben muss, um so höher ist die Zugangsbarriere. Aus diesem Grund kann es sinnvoll sein, zu Beginn nur die Informationen abzufragen, die essentiell nötig sind, da ansonsten eine hohe Abbrecherquote zu einem eher langsamen Wachstum der Community führen würde. 

Community-Formen nach der Aktivität der Teilnehmer

Teilnehmer einer Community sind in erster Linie der Betreiber und die Mitglieder. Darüber hinaus können Werbetreibende und Partnerunternehmen an einer Community teilnehmen. Für die Erstellung des Contents stellt sich die Frage, ob dieser in erster Linie durch die Mitglieder oder primär durch Betreiber oder externe Partner generiert wird. Sofern die Mitglieder selbst Content produzieren, wächst die Community aus sich selbst heraus. Natürlich stellt sich dann die Frage, ob der Content qualitativen Ansprüchen genügt oder nicht. Sofern ein Unternehmen um seine Marke eine Community aufbauen möchte, muss es für qualitativ hochwertige Inhalte sorgen. Hierzu bedarf es geeigneter Werkzeuge, sofern auch den Mitgliedern die Möglichkeit gegeben werden soll, Inhalte zu produzieren. (Die Vorstellung der Werkzeuge erfolgt in einem späteren Kapitel). Die Alternative ist die Darstellung von Inhalten von der Unternehmensseite. Dies hat aber zur Folge, dass typische Community-Werkzeuge wie Foren nur sehr schwach zum Einsatz kommen.  

Community-Formen nach dem Grad der Mobilität

Bisher wurde prinzipiell auf Internet-Communities abgestellt. Auf der Basis des Mobilfunknetzes ergeben sich neue Möglichkeiten, den Zugang und die Dienste von Communities zu erweitern, so dass eine Unterscheidung von mobilen und immobilen Communities nahe liegt. Der Vorteil von mobilen Communities liegt zum einen daran, dass sie einen ubiquitären Netzzugang bieten und zum anderen an der Möglichkeit, kontextsensitive Services zu liefern. Eine Authentifizierung der Teilnehmer kann über SIM oder Smart-Card erfolgen. So könnten sich Community-Teilnehmer über ihr Handy gegenseitig finden und abends verabreden. Eine Live-Studie wurde für die Süddeutsche Zeitung und ihre Community jetzt.de in München durchgeführt, die erste Erfolge einer mobilen Community lieferte.( vgl. Reichwald, R., Fremuth, N., Ney, M.: Mobile Communities – Erweiterung von Virtuellen Communities mit mobilen Diensten, S.6ff) Inzwischen kündigen Communities wie townkings.de an, in Kürze mobile Funktionen über Bluetooth zu liefern. 

Community-Formen nach der Art der Teilnehmer

Die Mitglieder der Community können Verbraucher oder Unternehmer sein. Wie in einem Marktumfeld und in Online-Portalen, die über die Kürzel B2B (Business to Business), B2C (Business to Consumer) und C2C (Consumer to Consumer) die beiden Marktteilnehmer gegenüberstellen, bieten auch Communities diese Form. Klassische Formen der Communities sind C2C-Communities (Neu.de, Sport-Communities, etc.). Der Bereich B2B tritt beispielsweise als Programmierforum auf, in dem zu bestimmten Programmen oder Programmiersprachen Entwickler gegenseitig Hilfestellung bieten (z.B. phpforum.de). In einem jüngeren Projekt haben wir die B2B Community match2ad.com konzipiert, die Sponsoren und Sponsorsucher sowie Agenturen vernetzt und über intelligente Filter Sponsorenanfragen an passende Sponsoren weiterleitet. Der Fokus liegt hier klar auf Unternehmen.B2C Communities treten beispielsweise als Markencommunities auf. Hier liefert ein Unternehmen Inhalte und Produkte, zu denen sich sowohl Konsumenten als auch Experten aus dem Unternehmen austauschen. Dell bietet mit ideastorm.com eine Community, bei der Verbraucher neue Ideen direkt an die Forschungs- und Entwicklungsabteilung kommunizieren können. Andere Verbraucher können die Ideen bewerten. Auf diese Weise nutzt Dell das Kundenwissen und hat bereits im ersten Jahr seit Bestehe der Plattform bis Februar 2008 über 30 Ideen umgesetzt.  

Community-Formen nach der Zielvorstellung des Betreibers

Verfolgt der Betreiber einer Community kommerzielle Ziele, so sprechen wir von kommerziellen versus nicht kommerziellen Communities. Viele Communities sind aus sich selbst entstanden und hatten einen primär nicht kommerziellen Hintergrund. Erst aufgrund des starken Wachstums musste der Betreiber der Community Wege finden, die laufenden Kosten auf die Mitglieder abzuwälzen, um die Lauffähigkeit der Community weiterhin abzusichern. Häufig entstehen Konflikte zwischen Mitgliedern und dem Betreiber der Community, da Mitglieder aufgrund der „Umsonst-Mentalität“, die das Internet mit sich bringt, nicht zahlen wollen. Auch hier benötigt man eine geeignete Strategie, Umsätze aus der Community zu erhalten, um sie langfristig betreiben zu können und kostendeckend zu arbeiten.

Weitere Informationen zum Thema Community Building finden Sie im Buch „Community Marketing Management.“ der beiden Autoren Frank Mühlenbeck und Prof. Dr. Klemens Skibicki.


Rechtliche Rahmenbedingungen einer Community

März 27, 2008

Wenn Sie eine eigene Community aufbauen oder planen, möchten wir Ihnen in diesem Beitrag erklären, welche Themen unbedingt in Ihren Allgemeinen Geschäftsbedingungen für Ihre Community berücksichtigt werden sollten. Wir erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit und sind keine Rechtsanwälte. Aus diesem Grund raten wir immer dazu, am Ende noch einmal die entworfenen AGBs durch einen Anwalt überprüfen zu lassen. Sie sparen aber einiges an Geld, wenn Sie die AGBs selbst weitestgehend entwerfen.

Gültigkeit und Änderungen

Regeln Sie den Zutritt zu Ihrer Community über das Mindestalter eines Mitglieds und verpflichten Sie es, die Bedingungen auch bei Änderungen zu akzeptieren.

Für das Community-Mitglied, das mindestens X Jahre alt ist, gelten die nachfolgenden Nutzungsbedingungen. Der Betreiber behält sich vor, jederzeit und ohne Angabe von Gründen diese Bedingungen zu ändern. Die geänderten Bedingungen werden dem Community-Mitglied per E-Mail X Wochen vor Inkrafttreten mitgeteilt. Wenn das Mitglied binnen zwei Wochen nach Zusendung nicht widerspricht, gelten die Änderungen als angenommen.

Vertragsabschluss und Laufzeit

Das Community-Mitglied versichert, das 16. Lebensjahr vollendet zu haben. Der Betreiber der Community hat das Recht, die Daten des Mitglieds anhand amtlicher Papiere zu prüfen und die Zulassung zur Community zu verwähren bzw. ein bereits vorhandenes Community-Mitglied aus der Community auszuschließen. Der Vertrag ist geschlossen, sobald sich das Community-Mitglied erfolgreich angemeldet hat.

Umfang der Leistungen und Pflichten der Community

An dieser Stelle beschreiben Sie alle nutzbaren Funktionen der Community. Beachten Sie dabei, dass Sie nicht für die erfolgreiche Vermittlung von Community-Mitgliedern haften. Sie stellen lediglich eine Plattform zur Verfügung, die dazu dient, eine Vermittlung durchzuführen. Dies ist insbesondere bei Flirt-Communities wichtig.

Preise und Konditionen

Soweit Sie ein Zahlungssystem integrieren und Premium-Mitgliedschaften oder Ähnliches gegen Bezahlung anbieten, machen Sie das Community-Mitglied darauf aufmerksam, dass es einwilligt, bei Klick auf Bestell-Buttons eine entsprechende Zahlung zu leisten. Die Preise selber können Sie in einer Preisliste darstellen.

Der Community-Betreiber hält sich das Recht vor, bestimmte Leistungen zu vergebühren. Die Bezahlung ist entsprechend der gewählten Bezahlmethode im Voraus zu entrichten. Wird der Zugang eines Community-Mitglieds wegen Vertragsverstoßes gesperrt, werden die nicht aufgebrauchten Guthaben als pauschale Bearbeitungsgebühr für die Verhinderung des Vertragsverstoßes durch den Community-Betreiber einbehalten.

Datenschutz

Regeln Sie unbedingt den Datenschutz, da Sie an dieser Stelle festlegen, wie Sie die Daten der Mitglieder weiter verarbeiten. Wenn Sie beispielsweise die Mitglieder mit Newsletter und sonstigen Mailings über neue Produkte oder Produkte von Werbepartnern informieren möchten, holen Sie sich die Einwilligung des Community-Mitglieds. Bedenken Sie auch, dass Sie bei jeder Mail dem Mitglied die Gelegenheit geben müssen, einen Newsletter abzubestellen.

Das Community-Mitglied erklärt sich bei der Anmeldung damit einverstanden, dass die Community die Daten des Mitglieds nach den unten aufgeführten Grundsätzen weiterverarbeitet. Die Community sammelt persönliche Daten der Community-Mitglieder innerhalb der Community und bei mit Partnern betriebenen Online Portalen durch Angaben des Community-Mitglieds sowie durch die Nutzung der Community-Funktionen. Das Community-Mitglied erklärt sich damit einverstanden, dass die Daten des Mitglieds beim Community-Betreiber in elektronischer Form gespeichert werden. Durch Sammlung, Analyse und Verwendung der Daten durch die Community soll eine optimale Funktionalität der Community erzielt werden. Hierzu zählt die Weitergabe der öffentlichen Profildaten des Community-Mitglieds an andere Mitglieder, um das Profil des Mitglieds bekannter zu machen. Das Mitglied willigt ein, dass die Daten an einen externen Dienstleister weitergegeben werden, der mit der Durchführung von E-Mailing Aktionen im Namen der Community beauftragt ist.

Soweit die Community-Software es zulässt, sollten Sie das Mitglied bei den meisten Datenfeldern entscheiden lassen, welche Informationen öffentlich sind und welche nicht. Weisen Sie in den Datenschutzbestimmungen explizit darauf hin, welche Felder nicht öffentlich gemacht werden.

Der Community-Betreiber ist dazu berechtigt, persönliche Daten an Partner des Zahlungsverkehrs (Kreditinstitute, Mobilfunkpartner, etc.) zwecks Durchführung der Bezahlung weiterzugeben. Cookies werden eingesetzt, um neue Community-Mitglieder, die über Partnerwebseiten geworben werden, dem Partner zuzuführen. Der Cookie wird bei Anmeldung in der Community gelöscht. Sollte das potentielle Community-Mitglied sich binnen 30 Tagen nicht anmelden, wird der Cookie automatisch gelöscht. Cookies enthalten keine persönlichen Informationen. Der Community-Betreiber behält sich vor, die Regeln zum Datenschutz jederzeit zu ändern, wenn es neue Dienste der Community oder Regelungslücken nachträglich nötig machen. Der Community-Betreiber verpflichtet sich, die Bestimmungen zum Datenschutz aus dem Bundesdatenschutzgesetz (BDSG) und den Datenschutz bei Telediensten (TDDSG) zu beachten. Das Community-Mitglied kann der Weitergabe anonymisierter Daten über das Community-Mitglied widersprechen. Zur Ausübung des Widerspruchsrechts sendet das Community-Mitglied eine E-Mail an xxx@abc-community.com. Der Community-Betreiber informiert hiermit das Community-Mitglied darüber, dass die Sicherheit der Datenübertragung in offenen Netzen wie dem Internet nicht zu Hundert Prozent gewährleistet ist. Für die Eingabe von Daten durch den Nutzer trägt der Nutzer Verantwortung.

Vertragsauflösung durch Kündigung oder Abmeldung

Ein Mitglied kann jederzeit ohne Angabe von Gründen seine Mitgliedschaft in der Community kündigen, und das sowohl schriftlich per Post als auch per E-Mail. Die Folge ist die Löschung des Mitgliedsprofils aus der Datenbank der Community sowie die sofortige Beendigung des Vertragsverhältnisses. Sollte das Mitglied eine Premiummitgliedschaft oder eine andere entgeltliche Funktionalität der Community nutzen, so endet der Vertrag zum Ende des Abrechnungszeitraums. Hierbei ist die Kündigungsfrist zu berücksichtigen.

Haftung und Rechte des Community-Betreibers

Für die Richtigkeit und den Inhalt sowie den Missbrauch der Angaben in den Profilen der Community-Mitglieder übernimmt der Community-Betreiber keine Haftung. Sollten durch Vermittlung von Kontakten durch die Community ökonomische, körperliche oder immaterielle Schäden entstehen, übernimmt der Community-Betreiber hierfür keine Haftung. Der Betreiber haftet nicht für technisch bedingte Systemausfälle und damit verbundene vorübergehende nicht mögliche Nutzung der Community durch die Community-Mitglieder. Sollten Dritte unbefugt oder durch Weitergabe von Community-Mitgliedern die Nutzerdaten der Community-Mitglieder erlangen und ggfs. missbrauchen, haftet der Community-Betreiber nicht. Der Community-Betreiber behält sich vor, eingesandte Bilder, Videos und Textdateien sowie sonstiges digitales Material auf der Basis von rechtlichen Rahmenbedingungen zu prüfen und ggfs. zu löschen oder zu ändern. Er schließt eine Verpflichtung zur Überprüfung aus. Der Community-Betreiber behält sich vor, einzelne Teile oder die komplette Leistung der Community durch einen Dritten durchführen zu lassen.

Pflichten des Community-Mitglieds

An dieser Stelle können Sie Ihre Community-Regeln darstellen. Für detaillierte Community Regeln verweisen wir gern auf unser Buch „Community Marketing Management“, das Sie bei Amazon bestellen können.

Rechte des Community-Mitglieds

Das Community-Mitglied räumt dem Community-Betreiber mit dem Einstellen seines Beitrags in ein Forum und dem Einstellen von Bildern ein unbeschränktes, unwiderrufliches und übertragbares Nutzungsrecht an der jeweiligen Datei oder dem Textbeitrag ein, welches der Community-Betreiber zu jeglicher Art der Verwertung sowohl auf den Community-Seiten als auch auf den Webseiten der Kooperationspartner sowie zur sonstigen Vermarktung der Community berechtigt. Eine Vervielfältigung oder Verwendung der Fotos, Videos oder Texte in anderen elektronischen oder gedruckten Publikationen ist ohne ausdrückliche schriftliche Einwilligung des Community-Betreibers nicht gestattet. Das Kopieren, Herunterladen, Verbreiten und Vertreiben sowie Speichern von Inhalten der Community bzw. Dritter ist mit Ausnahme des Cachens im Rahmen des Besuchs der Website ohne deren ausdrückliche Einwilligung nicht gestattet.Alle Rechte an Programmen, Leistungen, Verfahren, Software, Technologien, Marken, Handelsnamen, Erfindungen und allen Materialien, die zur Community gehören, liegen ausschließlich beim Betreiber der Community. Der Community-Betreiber ist Inhaber sämtlicher Urheberrechte an den oben genannten Rechten. Die Nutzung sämtlicher Programme und der darin enthaltenen Inhalte, Materialien sowie Marken und Handelsnamen ist ausschließlich zu den in diesen Geschäftsbedingungen genannten Zwecken zulässig. Eine Vervielfältigung der Programme, Leistungen, Verfahren, Software etc. ist unzulässig.

Bedenken Sie beim letzten Abschnitt, ob Sie die Community-Software Lösung selbst entwickeln oder ob Sie die Software als Lizenz einkaufen. In diesem Fall müssen Sie den letzten Absatz entsprechend überarbeiten.

Salvatorische Klausel

Sollte eine Bestimmung des Vertrages oder der Allgemeinen Geschäftsbedingungen unwirksam sein oder werden oder sollte der Vertrag unvollständig sein, so bleiben die übrigen Klauseln des Vertrags oder der Allgemeinen Geschäftsbedingungen in ihrer Gültigkeit unberührt. Die unwirksame Bestimmung gilt durch eine solche Bestimmung ersetzt, die dem Sinn und Zweck der unwirksamen Bestimmung in rechtswirksamer Weise ökonomisch am nächsten kommt. Selbiges gilt für etwaige Vertragslücken.

Gerichtsstand

Geben Sie den Gerichtsstand und das anwendbare Recht (Deutschland) an.

Widerrufsbelehrung

Wenn Sie das Mitglied bei Abgabe seiner Willenserklärung nicht auf sein Widerrufsrecht hinweisen, kann das Mitglied über die 2 Wochen hinaus jederzeit das Vertragsverhältnis beenden. Viele Online-Shops haben in der Vergangenheit den Fehler gemacht, ohne eine solche Belehrung zu arbeiten. So mussten Sie Monate später Produkte zurücknehmen und den kompletten Kaufpreis zurückerstatten.

Das Community-Mitglied kann seine auf den Vertragsschluss gerichtete Willenserklärung (Inanspruchnahme entgeltlicher Community-Dienste) innerhalb von zwei Wochen ohne Angabe von Gründen schriftlich per E-Mail oder per Brief gegenüber dem Community-Betreiber (Unternehmen mit Postanschrift) widerrufen. Die Frist beginnt mit dieser Belehrung. Zur Wahrung der Frist genügt die rechtzeitige Absendung des Widerrufs. Bei wirksamem Widerruf sind die beiderseits empfangenen Leistungen wechselseitig zurückzugewähren, weswegen das Community-Mitglied einen angemessenen Wertersatz für die Nutzung entgeltlicher Community-Services zu leisten hat. Das Widerrufsrecht des Community-Mitglieds erlischt vorzeitig, wenn der Community-Betreiber mit der Leistung entgeltlicher Dienste mit ausdrücklicher Zustimmung des Nutzers vor Ende der Widerrufsfrist begonnen hat oder der Nutzer die entgeltlichen Dienste z.B. durch Übermittlung einer Nachricht veranlasst hat. Die Kündigungsrechte des Community-Mitglieds bleiben von dem Widerrufsrecht des Mitglieds unberührt.

Für Portalbetreiber wurde jüngst ein Beschluss der obersten Aufsichtsbehörden für Datenschutz gefasst, der insbesondere den Umgang mit Personendaten regelt. Link zum Beschluss:

http://www.bfdi.bund.de/cln_027/nn_531946/DE/Oeffentlichkeitsarbeit/Entschliessungssammlung/DuesseldorferKreis/170408Internetportale,templateId=raw,property=publicationFile.pdf/170408Internetportale.pdf

Sollten Sie in Ihrem Community Konzept Bewertungen ermöglichen, sollten Sie prüfen, inwieweit das Persönlichkeitsrecht von bewerteten Personen eingeschränkt werden kann. Auch wenn sich Portale wie Spickmich oder MeinProf bisher erfolgreich gerichtlich durchsetzen konnten, so muss man sich doch fragen, ob die freie Meinungsäußerung wirklich das Persönlichkeitsrecht des einzelnen überragen darf.