Ebay hebelt Web 2.0 Funktion aus – Voting nur noch einseitig!

Februar 10, 2008

Ebay bietet in Kürze nur noch Käufern an, den Verkäufer zu bewerten. Das gegenseitige Bewertungssystem wird von Verkäufern bisher als sehr wertvoll verstanden und effizient genutzt. Dagegen setzen Verbraucherexperten, dass Kunden von Ebay schnell von Verkäufern schlecht bewertet werden, sobald sie selbst den Verkäufer schlecht bewertet haben – Diese „Zahn um Zahn“ Methode soll mit der neuen Strategie von Ebay umgangen werden.

Natürlich liegt der tiefere Grund dieser Richtungsänderung bei Ebay darin, dass kontinuierlich ein Mitgliederrückgang und damit verbunden ein Umsatzrückgang zu verzeichnen ist. Eigentlich sollte ein Internet-Unternehmen der frühen Stunde wie Ebay verstanden haben, dass sich dieses Problem schnell durch eine Nachbar-Community speziell für die Bewertung von Käuferprofilen bei Ebay lösen läßt. Also, liebe Community-Builder: Wer ist der First-Mover?

Powerseller bilden bereits heute eine eigene Sub-Community bei Ebay. Natürlich wird sich diese Gemeinschaft früher oder später extern organisieren – die Macht der Verbraucher braucht auch auf Seiten der Seller eine Gegenplattform, um die schwarzen Schafe auszufiltern. Da Ebay seinen Powersellern sehr viel (Umsatz) zu verdanken hat, verstehe ich auch nicht,  warum diese Richtung so rücksichtslos eingeschlagen wird.

 Wie sehen das andere Powerseller? Die Macht von Web 2.0 könnte Ebay schaden – ich hoffe, daß bereits Strategien entworfen wurden, um die Problematik der Powerseller aufzufangen!


1,1Milliarden Werbebudget 2007 in Deutschland – Wo bleiben die Communities?

Januar 16, 2008

Laut Nielsen Research haben die Deutschen im Jahr 2007 ca. 1,1 Milliarden Euro für Werbung ausgegeben. Was hat das nun mit Communities zu tun? Das Problem vieler zum Teil neuer Business Cases für Communities kränkelt an den fehlenden Erlöskomponenten. Die meisten verdienen simpel Geld mit Werbung. Die Zahl von 1,1 Milliarden mag dem ein oder anderen Startup Hoffnung schenken, aber in Zukunft sollten Web 2.0 Seiten ausgeklügeltere Business Modelle haben als die Einblendung von vielleicht zielgruppenorientierter Werbung.

 Wenn schon Social Commerce, dann auch richtig. Die Vernetzung von Menschen und die Motivation, gemeinsam zur Community etwas beizutragen, sind eine enorm wichtige Voraussetzungen. Social Commerce setzt an der Vernetzung an: Die Analyse von Beziehungen zwischen den Community Mitgliedern bringt erst die Möglichkeit mit sich, authentische Verkäufe von Mitglied A zu Mitglied B zu generieren. Dahinter steht eine Datenbank an Produkten, die man bereits heute aus Affiliate Systemen oder großen Shops andocken könnte. Wirklich interessant wird es für große Unternehmen, die über große Artikelbestände verfügen und über eine Community ein neues Werkzeug haben, um Produkte zu verkaufen. Gleichzeitig erhält der bisherige Verkauf eine zunächst zusätzliche und später völlig neue Aufgabe und Ausrichtung – wir sprechen in diesem Zusammenhang vom Enterprise 2.0.

 Die Frage, die im Raum stehen bleibt, ist die nach dem zukünftigen Bedürfnis des Marktes nach Communities:

Brauchen wir weitere Communities? Und brauchen Unternehmen Communities, um Kunden zu binden oder sogar ihren Gewinn zu erhöhen?

Wir sind der Meinung, daß erst jetzt in der Unternehmenswelt ganz langsam verstanden wird, was Web 2.0 tatsächlich für Auswirkungen auf die Beziehung zum Kunden und damit auf das Unternehmen an sich haben wird. Nur wenige Unternehmen wie AOL, Siemens oder BASF haben begonnen, mit Web 2.0 Komponenten wie Blogs zu experimentieren. Hier wird sich einiges tun!


Social Commerce mit Handeln.de? Ein paar kritische Fragen!

November 29, 2007

Die neue Social Commerce Plattform Handeln.de ist soeben an den Start gegangen. Vielleicht sollten wir noch einmal hinterfragen, was mit Social Commerce eigentlich gemeint ist. Wir verstehen unter Social Commerce kurz ausgedrückt die Sozialisierung von Verkäufen, d.h. der Kunde wird zum Verkäufer und verkauft Produkte authentischer an seine Bekannten. Mit Handeln.de kann der User einen oder mehrere eigene Shops aufsetzen, indem er sich zunächst für einen Shopnamen entscheidet, dann auf ein Template zurückgreift, das man aus einer kleinen Anzahl auswählen kann und schließlich Kategorien und Produkte zu seinem Shop hinzufügt.

 Soweit, so gut. Handeln.de hat im Hintergrund bereits Kontakte zu großen Online-Shops geknüpft, um so auf diese Produkte zugreifen zu können. Das Endprodukt ist aber nur vom Aussehen ein eigener Shop – sobald sich der Kunde in Ihrem neuen Shop für den Kauf eines oder im besten Fall mehrerer Produkte entscheidet, verläßt er Ihren Shop wieder und muß sich bei jedem Partnershop neu registrieren. Damit gehen für Sie als „Shop“-Anbieter zwei wichtige Aspekte verloren:

1. Kundenbindung kann nicht stattfinden. Wo ist denn das Thema „Social“?

2. Keine Bequemlichkeit aus Kundensicht.

Letzlich bietet Handeln.de eine bequeme Form der Affiliate Werbung, sozusagen für jedermann. Das Zusammenbauen des Shops ist wirklich bequem. Sinnvoll kann es sein, einen Shop an eine Community zu hängen, damit Sie auf diese Weise Ihre Kunden binden und je nach Thema auf verschiedene Produkte aus „Ihrem“ Shop verweisen können. Wir werden testweise mit einer Jen-Go Community Lösung aus dem Hause Coloneo.com eine Verquickung der beiden Systeme testen.

Bleibt am Ende noch die Frage offen: Sind die Produkte denn preislich ok?