Nokia spürt Macht der Verbraucher – Web 2.0 goes Reality

Januar 20, 2008

Nachdem sich Nokia dazu entschlossen hat, das Werk in Bochum zu schließen und damit ca. 2.300 Mitarbeiter sowie weitere 1000 Leiharbeiter auf die Straße zu setzen, schließen sich zahlreiche Verbraucher und Mediengesellschaften zusammen, um Nokia zu boykottieren.

Binnen wenigen Stunden formieren sich allein in StudiVZ knapp 300 Gruppen, die sich gegen Nokia aussprechen und zum Massen-Boykott aufrufen. Die Politik apelliert zwischen den Zeilen ebenfalls an die Verbraucher, ein Zeichen zu setzen. Allerdings erschleicht sich hier schnell das Gefühl, daß das Thema medienwirksam aufgeschnappt und ausgeschlachtet wird, um Wähler zu sammeln. Frech finde ich einen Aufruf der SPD, die auf einer Webseite E-Mail Adressen für einen Newsletter zum Thema Nokia-Boykott sammelt (diese Seite verlinken wir hier auch nicht!). 

Radiosender wie der WDR spielen eigene Anti-Nokia Werbespots. Ein Blick in die Vergangenheit zeigt, welche Macht die Konsumenten bereits bewiesen haben, als es 1995 um Shell und die Diskussion über die Versenkung einer Öl-Plattform ging. Knapp 50% Umsatzeinbruch hatte die Fehlentscheidung des Unternehmens damals zur Folge.

 Ich habe jahrelang Nokia Handys bevorzugt, aber diese antisoziale Politik des Unternehmens hat auch mich dazu bewegt, keine Nokia Handys mehr zu kaufen. Schließlich haben wir es im Mobilmarkt nicht mit Monopolisten zu tun. Allerdings sollten wir ein Problem bei der neuen Handy-Auswahl nicht außer Acht lassen: Motorola hat sich in Deutschland verabschiedet, und Siemens bzw. BenQ brauchen wir gar nicht zu erwähnen. Deutschland ist als Produktionsstandort nach wie vor problematisch – trotzdem sollte eine solche Entscheidung von Nokia einen wesentlich längeren Vorlauf und eine ehrlichere Kommunikation bedingen!

Wir freuen uns über Kommentare, die interessante Web 2.0 Nokia Boykott Seiten posten. Schauen wir mal, wie stark das Netz das finnische Unternehmen aus der Bahn wirft.

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